Ich.Mach.Schön. Magazin Nr. 1. – 2026

Das Vorwort von BIM Wolfgang Eder aus dem Magazin Ich.Mach.Schön. Ausgabe Nr 01/2026.

Das Weihnachtsgeschäft und die Zeit der Bälle sind vorbei. Nach einer der Saison entsprechend ruhigeren Zeit richten wir nun den Blick auf den nächsten Höhenpunkt – Ostern und Frühling. Hier ist erfahrungsgemäß der Wille zur Veränderung gegeben.

Viele von Ihnen werden sich bereits zu Jahresbeginn Gedanken über die Preisgestaltung für das neue Jahr gemacht oder die Preise schon erhöht haben. Die neuen Löhne, die mit erstem April schlagend werden, haben Sie hoffentlicht berücksichtigt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Zeitung waren die Lohnverhandlungen unterbrochen. Die Gewerkschaft hat sich zur Beratung zurückgezogen, da das Verhandlungsteam unter meiner Führung von den gebotenen 2,8% nicht abgegangen ist. Ich denke, wenn Sie das gerade lesen, sind die Verhandlungen erfolgreich beendet worden.

Wie geht es unserer Branche eigentlich und was hat sich verändert? Die topaktuelle Market-Studie gibt darüber Aufschluss. Ich habe mich mit den Details schon beschäftigt und gebe Ihnen hier schon einiges weiter.

Im Vergleichszeitraum der Studie 2024 – 2026, die Inflation betrug in etwa 6%, sind die Damenpreise im Durchschnitt nur um 2,6 % gestiegen. Das heißt, viele von uns haben die inflationsbedingt gestiegenen Preise und Löhne aus eigener Tasche bezahlt.

Warum in unserer Branche die Angst vor Preiserhöhungen so vorrangig ist, kann ich mir schwer erklären. Sind es doch unsere Kunden „gewohnt“ Preisanpassungen annehmen zu müssen. Zu einem großen Teil wurden auch die Löhne und Pensionen den Inflationsraten angepasst, sodass man nicht generell von einem Kaufkraftverlust im Beobachtungszeitraum sprechen muss. Dieser trifft jedoch Kolleg:innen die ihre Dienstleistungspreise nicht im notwendigen Maße erhöht haben.
Wollen wir das wirklich?
Aus meiner eigenen Erfahrung wird bei gegebener Transparenz und dem Mut über Preise zu sprechen eine Preisanpassung bestens angenommen.

Bei Einzelunternehmern und im privaten Umfeld, ebenso im Männerbereich (erstmals wurden hier die Besuche bei Barber-Shops in der Statistik berücksichtigt) scheint die Angst vor entsprechenden Preiserhöhungen weniger vorhanden zu sein. Die Preise wurden im Durchschnitt um 10% erhöht. Nun werden einige denken, hier ist man von einem niedrigeren Niveau ausgegangen, aber diese Kunden waren ebenso die Preise gewohnt und haben die Erhöhung angenommen.

Mein Kollege, Landesinnungsmeister Clemens Happ, hat sich mit seinem Team darüber Gedanken gemacht und Argumentationshilfen zusammengefasst. Diese wurden den Landesinnungen zur Verfügung gestellt. Sie werden über ihre Landesinnung davon erfahren.

Vielleicht konnte ich hier einen Anstoß geben, über dieses Thema nachzudenken und die Kraft zu finden, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, um nicht letztlich die entstehenden Kosten selbst tragen zu müssen.

Viel Spaß beim Weiterlesen, viel Erfolg und gute Geschäfte wünscht

Wolfgang Eder
Bundesinnungsmeister