Versicherungsleistungen bei medizinisch erforderlichem Haarersatz!

Mst. Peter F. Pfister, ist Betreiber der Perücken Pfister Geschäfte in Innsbruck, Linz, Velden und Wien und wurde 2021 von der Bundesinnung sowie den Landesinnungen mit den Verhandlungen für österreichweit einheitliche Tarife ALLER Versicherungsträger beauftragt.

Seit 2023 bzw. ʼ24 ist es nun einheitlich in allen Bundesländern und unabhängig von den Versicherungsträgern ÖGK, BVAEB, SVA wie viel den betroffenen Menschen in Österreich von ihrer Versicherung zugezahlt wird. Diese Tarife wurden in manchen Bundesländern fast verdreifacht!

Dafür sind jedoch auch gewisse Regeln einzuhalten. So wurden die schon immer bestehenden Kategorien nach Machart und Haarqualität klar definiert und in die Kategorien eingeteilt. Diese Kategorien gehen von einfachen Tressenperücken mit synthetischem Haar über Teilgeknüpfte synthetische Perücken, geknüpfte synthetische oder letztlich Mischhaarperücken und Echthaarperücken. Innerhalb dieser Perückenqualitäten ist es den Patient:innen und auch dem Friseur bzw. Vertragspartner freigestellt, welche Perücke gekauft wird. Bei der Diagnose „Krebs“ und einer Chemotherapie bedarf es auch keiner zusätzlichen Bewilligung, wenn eine entsprechende Verordnung vorliegt.

Anders ist es bei Alopezie-Erkrankungen. In diesen Fällen bedarf es einer einmaligen fachärztlichen Diagnostik und Verordnung – also von einem Dermatologen (Hautarzt) oder der dermatologischen Klinik. In all diesen Fällen werden in jeder Kategorie (also Leistungsklasse) 90% der Kosten von Seiten der Versicherungsträger übernommen. Bei Vertragspartnern der Kassen wird dies direkt vom Unternehmen abgerechnet. Bei Friseurbetrieben ohne Vertragspartnerschaft muss die/der Kundin die Perücke zuerst bezahlen und dann selbständig bei der jeweiligen Versicherung einreichen! Nach einer inzwischen fast vierjährigen Laufzeit wurde ein Resümee gezogen und Pfister versuchte auch eine Indexanpassung auf die jeweiligen Tarifkategorien. Dabei wurde er von Seiten der Versicherungsträger mit einigen Fakten konfrontiert, welche die Verhandlungen deutlich erschwert haben.

So ist es leider eine Tatsache, dass viele Friseur:innen und Vertragspartner anscheinend überwiegend in der höchsten Tarifklasse verkaufen, obwohl nachweislich eine Abdeckung des tatsächlichen Bedarfs insbesondere bei Chemotherapien und somit einer „überschaubaren“ Überbrückungszeit auch mit günstigeren Perücken gegeben ist. Dies ließ die Kosten in diesem unseren Bereich massiv explodieren. Neben einer grundsätzlichen Ablehnung der Verhandlungspartner für eine Indexanpassung (die sicher auch der finanziellen Situation unserer Versicherungsträger geschuldet ist) wurde hier auch uns Friseur:innen „die Rute ins Fenster gestellt“!

„Wenn es nicht gelingt die höchste Preisklasse (also Kategorie 4 bis € 1.000,– netto/1.200,– brutto) im Verhältnis zu reduzieren, könnte dies eine Reduktion der Leistungen für unsere Kund:innen, also alle Patient:innen zur Folge haben! Dies sollte tunlichst verhindert werden!“

Mit dieser Forderung von Seiten der Versicherungsträger ist es Peter F. Pfister trotzdem gelungen, zumindest die Kategorie 3 (bisher bis € 705,– netto/846,– brutto) auf € 750,– netto/900,– brutto und somit um 6,3% zu erhöhen, während alle anderen Kategorien gleichbleiben. Dies sollte auch etwas zur Steuerung in diese Kategorie 3 beitragen und die Kategorie 4 somit etwas entlasten!

Bei Echthaarperücken und der damit verbundenen Höchstleistungsgrenze ist es leider noch nicht gelungen eine klare Definition bzw. Diagnose zu definieren. Dies bleibt weiterhin eine Entscheidung des jeweiligen Chefarztes der Versicherungsträger!

Pfister betont diesbezüglich, dass es für uns als Friseur- und Perückenmacher:innen selbstverständlich ist, dass wir bestmögliche Qualität und optisch hervorragendes Ergebnis bieten sollen, dies aber mit fairer Kalkulation in allen Kategorien möglich sein sollte. Deshalb abschließend ein Appell und eine Bitte vor allem an alle Vertragspartner-Unternehmen unserer Branche, das Angebot den Bestimmungen der Vertragspartnerschaft, nämlich in jeder Kategorie auch Modelle anzubieten, gerecht zu werden!